„Mehr Personal in allen Bereichen des Klinikums!“ – Erste Gespräche mit TdL und Vorstand

Unser Streik zeigt erste Wirkungen. Am letzten Donnerstag hat der Arbeitgeberverband „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL) Vertreter_innen von ver.di zu einem ersten Gespräch eingeladen.
Das Gespräch hat in Berlin stattgefunden – weit weg von den Streikenden. Aus diesem Grund sind 50 Streikende aus Essen und Düsseldorf – Pflegekräfte, Servicekräfte, Reinigerinnen, MTRAs, Kolleginnen und Kollegen der Düsseldorfer Tochtergesellschaften, … – mit nach Berlin gefahren.
Sie haben dafür gesorgt, dass der Streik und seine Forderungen den Vertreter_innen der Arbeitgeber bei den Gesprächen lebendig vor Augen standen.
Außerdem hat bei der Gelegenheit ein Austausch mit Kolleg_innen der Charité stattgefunden, die eine ähnliche Auseinandersetzung vor einiger Zeit bereits geführt haben.
In diesem Gespräch wurde uns dann folgendes Angebot unterbreitet:
Ab dieser Woche, voraussichtlich ab Mittwoch, dem 18. Juli sollen der Düsseldorfer und der Essener Vorstand mit ver.di und den Vertreter_innen der Streikenden verhandeln. Die Verhandlungen sollen maximal drei bis fünf Tage dauern.
Dabei soll eine Vereinbarung mit folgenden Punkten verhandelt werden:

– Sofortmaßnahmen für mehr Personal und Entlastung für verschiedene Berufsgruppen und für eine bessere Ausbildungsqualität

– ein Verfahren, wie und bis wann Personalbemessungen und Mindestbesetzungen für verschiedene Bereiche verhandelt werden

– ein Konsequenzenmanagement (also z.B., dass Betten geschlossen werden, wenn die Mindestbesetzung nicht eingehalten wird)

Monatelang haben sich vorher die Gespräche mit den Vorständen in Düsseldorf und Essen unfruchtbar hingezogen. Durchweg haben die Vorstände erklärt, sie dürften nicht verhandeln. Jetzt auf einmal – nach einigen Tagen Streik in Düsseldorf und Essen – ist auf einmal alles sofort möglich. Der entschlossene Streik von hunderten Kolleg_innen, unterstützt von vielen weiteren Beschäftigten des Klinikums, sowie von großen Teilen der Bevölkerung und sogar der Patient_innen, hat es möglich gemacht!
Entsprechend misstrauisch macht uns die Forderung von Vorstand und TdL, dass nur dann Verhandlungen geführt werden, wenn der Streik mit dem ersten Verhandlungstag beendet wird.
Viele Streikende befürchten, dass der Vorstand nur noch zu wenigen Zugeständnissen bereit ist, sobald der Druck des Streiks verschwindet.
Nach langer Diskussion haben die Streikversammlungen in Essen und Düsseldorf am Freitag entschieden, auf die Forderung einzugehen und den Streik mit dem ersten Verhandlungstag zunächst zu unterbrechen. Allerdings sind wir gewappnet, den Streik unverzüglich wiederaufzunehmen, sollte der Vorstand und die TdL uns in den Verhandlungen hinhalten oder schlechte Angebote machen.
Die Streikversammlung hat außerdem entschieden, bis zum ersten Verhandlungstag weiter zu streiken und den Druck aufrecht zu erhalten.
Am Montag, den 16.7. findet ein gemeinsames Treffen der Streikenden aus Düsseldorf und Essen statt. Dort beraten wir gemeinsam, wie wir in den nächsten Wochen gemeinsam vorgehen, welche Anforderungen wir an die Verhandlungen haben und unter welchen Bedingungen wir sie abbrechen würden. Die Busse zum Streiklokal in Duisburg fahren um 8.00 Uhr am Uniklinikum ab.
Den Dienstag wollen wir dann nutzen, um unsere Forderung für die verschiedenen am Streik beteiligten Berufsgruppen und Bereiche zu konkretisieren.
Voraussichtlich wird der Streik dann ab Mittwoch mit Beginn der Verhandlungen unterbrochen. Es könnte jedoch der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass der Vorstand diesen Termin kurzfristig absagt oder verschiebt. Ebenfalls könnte es passieren, dass bereits an diesem ersten Termin deutlich wird, dass sich hinter dem Verhandlungsangebot nur leere Worte verbergen. In dem Fall wollen die Streikenden die Möglichkeit haben, den Streik sofort fortzusetzen.
Daher ruft ver.di vorsorglich für die gesamte Woche 16.-20. Juli zum Streik auf.