Warnstreik ab Montag

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Heute hat die Versammlung der Streikenden einstimmig entschieden, den Streik ab Montag wieder aufzunehmen.

Vor zwei Wochen haben der Düsseldorfer und der Essener Vorstand in einem Gespräch zugesagt, mit uns Vereinbarungen über Personalbemessung, ein Konsequenzenmanagement, bessere Ausbildungsbedingungen sowie Sofortmaßnahmen für mehr Personal in der Pflege und anderen Berufsgruppen verhandeln zu wollen. Als Bedingung haben sie verlangt, dass der Streik während der Verhandlung über die Vereinbarungen ausgesetzt wird.

Doch kaum war der Streik ausgesetzt, haben sie ihre Haltung geändert. Auf einmal hatten sie keine Eile mehr, irgendetwas mit uns zu vereinbaren.

Sie haben unsere Forderungen entgegengenommen und dazu keine Angebote unterbreitet: Keine konkreten Mindestbesetzungen für den Pflegedienst (nur vage Erklärung, in hoffentlich einem halben Jahr ermitteln zu können, wie die reale Besetzung auf den Stationen ist und wie eine Mindestbesetzungen nach ihren Vorstellungen aussehen könnte). Keine einzige Stelle und Entlastungsmaßnahmen für die anderen Berufsgruppen.

Und auch kein Konsequenzenmanagement mit klaren Regeln, wie viele Betten ab einem bestimmten Zeitpunkt geschlossen und welche Arbeiten verringert werden, wenn die Mindestbesetzung unterschritten wird. Stattdessen schlagen Sie Maßnahmen vor, die es bereits gibt, also Springerpool, Bettenbelegungssteuerung usw. Dass diese Maßnahmen nicht im Geringsten ausreichen, spüren wir jeden Tag! Obendrein sind sie der Ansicht, dass Maßnahmen wie Bettensperrungen natürlich allein der Vorstand entscheidet, und nicht etwa eine Krankenschwester vor Ort auf der Station darüber mitzureden hat.

Diese Verhandlungen haben erneut bewiesen, was wir die ganze Zeit schon wussten. Sowohl die Reden eines Gesundheitsministers Spahns als auch die unseres Vorstands, dass sie Verständnis für unsere Überlastung hätten und ebenfalls etwas dagegen tun wollen, sind nur leere Worte. Wenn wir etwas durchsetzen wollen, gibt es nur einen Weg: entschlossen dafür zu kämpfen. Und genau das haben die Streikversammlungen in Essen und genauso in Düsseldorf heute entschieden!

Wenn die Vorstände gehofft hatten, sie könnten uns mit 30-40 Stellen für den Pflegedienst zufrieden stellen, oder durch die Streikunterbrechung den Elan und die Entschlossenheit der Streikenden unterhöhlen, dann haben sie sich getäuscht.

Wir haben all die Jahre die unerträglichen Arbeitsbedingungen ausgehalten. Jetzt, wo wir uns endlich zusammengetan haben, um daran etwas zu ändern, haben wir erst recht Durchhaltevermögen.

Auf der Streikversammlung wurde noch einmal bekräftigt, wofür wir streiken:

· 200 Stellen mehr im Pflegedienst als Sofortmaßnahme sowohl für Düsseldorf wie für Essen

· Eine verbindliche Festlegung von Personalquoten und ein Konsequenzenmanagement mit klaren Regeln, welche Arbeiten wegfallen und welche Betten geschlossen werden, wenn nicht genug Personal da ist

· mehr Personal und konkrete Entlastungsmaßnahmen für die anderen Berufsgruppen

Der Vorstand hat gedacht, der Streik ist vorbei, und sich so benommen, als wenn sie keinen Grund hätten, unsere Forderungen ernst zu nehmen.

Zeigen wir ihnen ab Montag, dass wir uns nicht so einfach abspeisen lassen.

Zeigen wir ihnen, dass wir bereit sind, für unsere Entlastung entschlossen zu kämpfen.

Deshalb: Beteiligt euch ab Montag zahlreich am Streik!