Kandidatur für die Aufsichtsratswahl

Liebe Kollegin und lieber Kollege,
zurzeit findet die Aufsichtsratswahl statt. Der Aufsichtsrat wird für vier Jahre gewählt und soll die grundlegenden und „großen“ (auch finanziellen) Entscheidungen treffen. In diesem Aufsichtsrat sitzen Vertreter zweier Ministerien der Landesregierung, Vertreter der Universität, sowie „Sachverständige“ aus der Wirtschaft und der medizinischen Wissenschaft – und ein Vertreter der Ärzte sowie ein einziger Vertreter für alle anderen über 5.000 Beschäftigten des Uniklinikums. Es ist offensichtlich, dass in diesem Gremium die Stimme der Beschäftigten mit zwei von elf Sitzen höchstens angehört werden soll, die Beschäftigtenvertreter aber nicht wirklich etwas entscheiden oder beeinflussen können.
In den letzten vier Jahren, die ich erneut Mitglied des Aufsichtsrats war, musste ich sogar einmal vor Gericht klagen, nur damit ich eine Information bekommen konnte, die das Gehalt eines Klinikdirektors betraf. Sie erschien ihnen offensichtlich zu brisant, um sie mir als Beschäftigtenvertreterin im Aufsichtsrat zu geben.
Trotzdem ist es wichtig, dass wir diesen einzigen Sitz so gut wie möglich nutzen. Warum?
Wenn wir als Beschäftigte des UKs eine Möglichkeit haben wollen, so früh wie möglich von Entscheidungen zu erfahren, die große Auswirkung auf uns haben könnten, dann muss jemand von uns dort vertreten sein, der nicht vergisst, von wem er dort hinein gewählt wurde und sich ausschließlich den Beschäftigten verpflichtet fühlt. Wir haben nur eine Stimme im Aufsichtsrat und diese sollte uneingeschränkt parteiisch für die Interessen der Beschäftigten sein. Wir müssen diese Stimme gegen jede Planung nutzen, die unsere Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtert.

Ich bin uneingeschränkt auf Seiten derjenigen, die in den unterschiedlichsten Berufen Tag für Tag arbeiten und das Klinikum am Laufen halten – und die dies seit Jahren unter immer schlechteren Bedingungen machen müssen.
Der Streik in diesem Sommer hat gezeigt, dass sich Beschäftigte aktiv dafür einsetzen, damit ihre Arbeitsbedingungen besser werden. Der Aufsichtsrat wusste vor dem Streik von der Unzufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen und hat nichts dagegen gemacht. Die Kraft, die wir selbst haben, um unsere Interessen umzusetzen, ist das Entscheidende. Doch unser einziger Vertreter im Aufsichtsrat kann den Anliegen und Forderungen der Beschäftigten dort zumindest eine Stimme geben. Mit dieser Überzeugung möchte ich die nächsten vier Jahre im Aufsichtsrat auf unsere Interessen achten und diesen Interessen eine Stimme geben.

Mit freundlichen Grüßen
Alexandra Willer