Krieg bringt keinen Frieden und keine Sicherheit!

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

täglich erreichen uns neue Informationen und Bilder zu dem Krieg im Norden Syriens. Die Vertrauensleute der Uniklinik Essen haben sich bei ihrer Klausur Ende letzter Woche mit dem Thema beschäftigt und dazu einen kurzen Text verfasst. Wir möchten ihn mit Euch teilen:

Wir, die ver.di-Vertrauensleute am Uniklinikum machen uns Sorgen um das Miteinander im Uniklinikum und auch außerhalb des Klinikums, vor dem Hintergrund des Angriffs der Türkei auf die kurdischen Gebiete in Nord-Syrien. Wir sind der Auffassung, dass dieser Krieg für niemanden in der Region mehr Frieden und Sicherheit bringen wird. In diesem Krieg wird wieder einmal die normale Bevölkerung die Auswirkungen des Krieges tragen müssen. Zivilisten verlieren ihre Häuser und Wohnungen und müssen fliehen. Vielleicht nach Europa, wo für sie die Grenzen verschlossen sind. Siewerden bei den Angriffen ihr Leben lassen und auch in der Türkei werden Menschen diejenigen beweinen, die vielleicht sogar gegen ihren Willen in den Krieg ziehen mussten und dabei umgekommen sind.

Die USA und die EU tragen eine bedeutende Verantwortung für den seit Jahren währenden Krieg in der Region; sie haben sehr viel zu dem Krieg und dem Leid der Menschen beigetragen. Und sollten die USA oder die EU nun Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei erlassen, werden diese ebenfalls nichts zum Frieden beitragen. Ihr Opfer würde die einfache Bevölkerung in der Türkei sein, die unter noch mehr Inflation und Arbeitslosigkeit leiden müsste.

Wenn es überhaupt einen Gewinner dieses Konfliktes geben wird, wird es sicher nicht die einfache Bevölkerung sein. Wie in jedem Krieg werden sie auf beiden Seiten die Opfer sein. Doch wie in jedem Krieg soll die normale Bevölkerung, die auf beiden Seiten oftmals ein ähnliches Leben führt, gegeneinander in Stellung gebracht werden. Als Beschäftigte des Uniklinikums schadet es uns, wenn wir uns unter Kolleginnen und Kollegen spalten. Wir sind aufeinander angewiesen – allein schon jeden Tag in unseren Arbeitsabläufen, in den Pausen, im Alltag,… – unabhängig davon, wie wir zu dem Krieg stehen.

Herzliche Grüße