(K)eine Chance auf Patientennähe?

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Personalbelastung und der daraus resultierende Alltag im Uniklinikum Essen: „Die Füße sind geschwollen, die Dienstkleidung durchnässt. Noch schnell einen Blick auf den Dienstplan, noch 6 Tage….“ Mehr dazu in der Zeitung „Am Puls“.

Personalbelastung hat etwas mit Personalausstattung zu tun: ver.di war Ende April im Gelände unterwegs und wir haben dort Unterschriften unter die Forderung nach einem Gesetz zur Personalbemessung gesammelt. Wir waren nicht alleine. In vielen anderen Einrichtungen waren die Kolleginnen und Kollegen auch unterwegs. Die Aktivitäten brachten über 80.000 Unterschriften zusammen.

Im Mai hatten wir in der ver.di Infomail u.a. angekündigt, dass wir die für Essen zuständigen Bundestagsabgeordneten anschreiben werden, und die Antwort im Uniklinikum Essen veröffentlichen. Hier ein Auszug aus dem Anschreiben: „Die personelle Lage an den Krankenhäusern in unserer Stadt Essen spitzt sich zu. Jede fünfte Stelle fehlt. Die Beschäftigten leiden unter hohem und weiter wachsendem Arbeitsdruck. Patient/innen werden nicht mehr immer ausreichend versorgt.“.. Die Beschäftigten haben ihre Unterschrift mit der Absicht gegeben, dass wir ihre Forderung an Sie weitertragen, was wir hiermit gerne tun. Wir erwarten von Ihnen eine Antwort“. Es gibt Antworten.

Morgen, am Mittwoch 7.8, von 11.30 bis ca. 14.00 Uhr an der Kantine vorbeikommen: Dort sind die Antwortschreiben ausgehängt.
Dort verteilen ver.di Aktive Postkarten. Diese Postkarten sollten von Ihnen unterschrieben werden. Sie unterstützen damit sich selber in Ihrer Situation, indem Sie Ihrer Erwartung an die neue Bundesregierung nach einer gesetzlichen Regelung für eine gute und sichere Personalbesetzung und eine nachhaltige, gesicherte Finanzierung der Krankenhäuser, Ausdruck geben. Die „Streikwaffel“ gibt es leider nicht, dafür Pappe…..

Ach so: 1620000 Postkarten möchten wir bundesweit sammeln. www.der-druck-muss-raus.de
Wie geht es weiter? Am Samstag, den 14.9, findet eine große Demonstration in Bochum statt. www.pott-umfairteilen.de beinhaltet mehr Infos. Weitere Infos für interessierte Beschäftigte finden sich auch im anhängendem Aufruf. Die Beschäftigten aus den Krankenhäusern werden den weißen Block bilden und auf Ihre schlechte Arbeitssituation aufmerksam machen. Wer mit möchte, bitte bald anmelden. Details? Im Aufruf!
Herzliche Grüße
Ihre Gewerkschaft ver.di

Solidarität ist unsere Waffe!

Solidarität

 

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Aus junge Welt vom 17.07.2013 von Daniel Behruzi

Krupp-Klinik kündigt

Essener Krankenhaus will unliebsamen Belegschaftsvertreter loswerden. Engagement bei Gewerkschaftsseminaren unerwünscht. Ver.di kritisiert »Strafaktion«

Seit 20 Jahren ist Tobias Michel Betriebsrat im Essener Alfried Krupp Krankenhaus. Und er ist viel gefragter Referent bei gewerkschaftlichen Bildungsveranstaltungen, insbesondere zu Arbeitszeit- und Tarifthemen. Jahrelang war das kein Problem: Michel erhielt stets umstandslos unbezahlten Sonderurlaub, wenn er anderen Gewerkschaftern das komplizierte Tarifvertragswerk des öffentlichen Dienstes oder Möglichkeiten zur Gestaltung von Schichtplänen im Interesse der Beschäftigten vermittelte. Doch jetzt soll diese Tätigkeit zum Anlaß einer fristlosen Kündigung werden. Der freigestellte Betriebsrat habe gegen Anwesenheitspflichten verstoßen, heißt es in einer beim örtlichen Arbeitsgericht eingereichten Klageschrift, über die am heutigen Mittwoch verhandelt wird. Zudem habe er »Betriebsinterna« verraten. Gewerkschaft und Betriebsrat weisen beides entschieden zurück und sehen in dem Vorgehen der Klinikleitung den Versuch, einen unliebsamen Belegschaftsvertreter loszuwerden.

Schon einmal ist das Management der Essener Krupp-Klinik durch besonders rabiates Vorgehen aufgefallen: Anfang 2006 verkündete es plötzlich, dem Diakonischen Werk beigetreten zu sein. Daher gelte von nun an Kirchenrecht, der Betriebsrat sei fortan aufgelöst (siehe jW vom 17. Januar 2006). Dieser Versuch, sich der betrieblichen Mitbestimmung zu entledigen, endete nach mehrjährigem Rechtsstreit in einer krachenden Niederlage. Der Betriebsrat wurde per Gerichtsbeschluß wieder eingesetzt. Offenbar hat die Klinikleitung dieses Desaster noch nicht verwunden. Anders jedenfalls sind die absurden Vorwürfe, mit denen Michels Entlassung gerechtfertigt werden soll, kaum zu erklären.

»Entgegen seiner bestehenden Anwesenheitsverpflichtung« habe sich der Gewerkschafter »mehrfach unentschuldigt von seinem Arbeitsplatz (entfernt), um während der Arbeitszeit als Dozent Fortbildungsveranstaltungen wahrzunehmen«, heißt es in einem jW vorliegenden Schriftsatz, mit dem das Unternehmen die Zustimmung des Betriebsrats zur außerordentlichen Kündigung ersetzen lassen will. Das Gremium hatte die Entlassung entschieden zurückgewiesen, unter anderem mit dem Argument, selbst über die Einsatzzeiten der freigestellten Betriebsräte zu bestimmen. Es sei keine Vereinbarung über Büro- und Präsenzzeiten des Betriebsrats getroffen worden, begründen die Belegschaftsvertreter ihre Ablehnung. In einem Krankenhaus werde rund um die Uhr gearbeitet. Daher lasse sich die Anwesenheit der Betriebsräte nicht auf die Bürozeiten der Geschäftsführung beschränken. Diese hatte Michel nämlich nicht vorgeworfen, zu wenig, sondern zu den falschen Zeiten zu arbeiten.

Die Rechtsanwälte des Betriebsrats verweisen in einem jW vorliegenden Schreiben darauf, daß Michel »über Jahre hinweg regelmäßig ohne jede Schwierigkeit Sonderurlaub bewilligt« worden sei, was einer »stillschweigenden Vereinbarung« entspreche. Diese sei plötzlich gekündigt worden, was ausdrücklich mit Michels Betriebsratspolitik begründet worden sei – ein Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz, das Belegschaftsvertreter vor Benachteiligungen schützen soll.

Der zweite Kündigungsgrund ist nicht minder substanzlos: Er habe Betriebsvereinbarungen an Dritte weitergeleitet und damit gegen seine Verschwiegenheitspflicht als Betriebsrat verstoßen. »Betriebsvereinbarungen sind keine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse«, stellen die Anwälte unter Verweis auf ein entsprechendes Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm klar. Die Beschäftigtenvertretung weist in ihrer Stellungnahme zudem darauf hin, daß die Geschäftsleitung selbst Betriebsvereinbarungen regelmäßig Betriebsfremden zugänglich mache.

Vor diesem Hintergrund ist für Sylvia Bühler vom ver.di-Bundesvorstand klar: »Mit fadenscheinigen Gründen versucht hier das Management des Alfried Krupp Krankenhauses, einen bundesweit aktiven Gewerkschafter loszuwerden.« Michel sei ein ausgewiesener Fachmann für gute Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. »Statt ihm zu kündigen, sollte die Geschäftsführung ihre Energie darauf verwenden, die hohe Arbeitsbelastung der Beschäftigten im Alfried Krupp Krankenhaus zu verringern«, fordert die Gewerkschafterin in einer Mitteilung. Ver.di werde »diesen Fall von Strafaktion gegen einen engagierten Gewerkschafter so lange innerbetrieblich und öffentlich thematisieren, bis das Krankenhausmanagement den Willkürakt zurücknimmt«.

Daß es der Klinikleitung um die Einschränkung gewerkschaftlicher Aktivitäten geht, zeigt noch ein weiterer Konflikt: Als Michel Anfang Juni im Rahmen der bundesweiten ver.di-Aktionswoche »Urlaub wächst nicht auf Bäumen« als Teil einer Gewerkschaftsdelegation das Alfried Krupp Krankenhaus Essen-Steele aufsuchen wollte, wurde ihm der Zugang verwehrt. Wegen »Störung der Produktionsabläufe« sollte der Rest der Delegation nur ausgewählte Bereiche der Klinik begehen dürfen. »Das haben wir selbstverständlich nicht akzeptiert«, betont ver.di-Sekretär Gereon Falck auf jW-Nachfrage. »Der Arbeitgeber kann schließlich nicht über die Zusammensetzung von Gewerkschaftsdelegationen bestimmen.« Es würden juristische Schritte wegen Verstoßes gegen das gewerkschaftliche Zugangsrecht geprüft. »Das Vorgehen paßt jedenfalls ins Bild«, kritisiert Falck. »Eine eigenständige und konsequente Vertretung von Beschäftigteninteressen ist im Krupp-Krankenhaus offenbar nicht erwünscht.«

Solidaritätsaktion am heutigen Mittwoch um 13 Uhr vor Saal 1121 im Arbeitsgericht Essen, Zweigertstr.54

Alfried Krupp Krankenhaus Essen versucht sich eines unerschrockenen Betriebsrates zu entledigen

Tobias MichelSeit über 20 Jahren ist Tobias Michel im Essener Alfried Krupp Krankenhaus beschäftigt, die überwiegende Zeit als freigestellter Betriebsrat. Nun wollen die Geschäftsführer den unerschrockenen Gewerkschafter kündigen. Um den gesetzlichen Kündigungsschutz zu durchbrechen, müssen abseitige Gründe herhalten.

Michel soll Betriebsvereinbarungen öffentlich gemacht haben.
Und er soll seine Amtstätigkeit nicht auf die Arbeitszeiten der
Personalleiterin beschränkt haben.
In den turbulenten Jahren ab 2006 versuchten die Krupp-Manager, ihr Krankenhaus als kirchliche Einrichtung zu maskieren. Sie setzten den Betriebsrat kurzerhand ab. Dies endete in einer spektakulären Niederlage, was zu Recht mit dem Namen Michel verbunden wird. Ebenfalls gilt er als ein Architekt des darauf folgenden Übergangs in die Tarifbindung zum TVöD.
Die Kündigungsversuche heute zeigen, dass die Manager ihre
Schlappe von damals noch nicht verwunden haben.

Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstrand für das Gesundheitswesen zuständig ist, hat die „unverzügliche Rücknahme der Kündigung“ von Tobias Michel gefordert. „Mit fadenscheinigen Gründen versucht hier das Management des Alfried Krupp Krankenhauses, einen bundesweit aktiven Gewerkschafter los zu werden“, sagte Bühler. Tobias Michel sei ein ausgewiesener Fachmann für „Gute Arbeit“ im Krankenhausbereich. „Statt ihm zu kündigen, sollte die Geschäftsführung ihr Energie darauf verwenden, die hohe Arbeitsbelastung der Beschäftigten im Alfried Krupp Krankenhaus zu verringern“, kritisierte das Bundesvorstandsmit-glied der Gewerkschaft. „ver.di wird diesen Fall von Strafaktion gegen einen engagierten Gewerkschafter so lange innerbetrieblich
und öffentlich thematisieren, bis das Krankenhausmanagement den Willkürakt zurücknimmt“.
Die Arbeitgeberin hat beantragt, die Zustimmung zur außerordentlichen Kündigung gerichtlich zu erteilen.
Am Mittwoch, den 17.07.2013 ab 13:30 Uhr verhandelt hierzu
das Arbeitsgericht Essen.
Im Gerichtsaal werden viele Kolleginnen und Kollegen aus Interessensvertretungen, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus ganz NRW anwesend sein.

Für Rückfragen:
Gereon Falck 0151 12276034
Gewerkschaftssekretär ver.di Essen

„Streik-Waffeln“ morgen am Tag der Wertschätzung für die Beschäftigten des Uk-Essen

waffeln

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

große Hitze und eine große Arbeitsbelastung, was tun?? Schwitzen? Schwitzen! Oder lieber eine heiße Waffel? Spontan haben wir Aktiven am Uniklinikum entschieden:Eis kann jeder, Wir backen Waffeln!!! Damit Sie wegen der Hitze keinen an der Waf…l kriegen.

Morgen in der Zeit zwischen 11.00- ca. 14.00 Uhr im Verwaltungstrakt ist die ver.di Backstube geöffnet.

Tag der Wertschätzung?
Bereits zum zweiten Mal wird der 20. Juni zum „Feiertag“ erklärt. Manche Arbeitgeber in Essen wurden aufgefordert, wertschätzende Gesten gegenüber den Beschäftigten zu zeigen. Bei Ihnen am Uniklinikum Essen sind wir selbst aktiv und möchten unseren Kolleginnen und Kollegen als Geste der Wertschätzung ob Ihres Einsatzes die legendäre „Uniklinikum – Essen – Waffel“ anbieten.

Denn: Lt. einer Studie empfinden 40% der befragten Pflegenden, das der Wert der Wertschätzung nicht gelebt wird. Details gewünscht? Im Anhang.

ver.di meint: Lieber eine Waffel essen, als ….

Mitgliederbefragung – gut 90% Zustimmung zum Tarifabschluss

Mitglieder stimmen Tarifergebnis zuDie Bundestarifkommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für den öffentlichen Dienst hat am Donnerstag das Tarifergebnis für die rund 800.000 Beschäftigten der Länder angenommen.

Zuvor waren die ver.di-Mitglieder in den Bundesländern zu ihrer Meinung über den Verhandlungsstand vom 9. März 2013 befragt worden, dabei hatten sich gut 90 Prozent für das Ergebnis ausgesprochen. Die Bundestarifkommission nahm entsprechend die Tarifeinigung bei einer Gegenstimme und ohne Enthaltungen an.

Damit steigen die Gehälter der angestellten Länder-Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar 2013 um 2,65 Prozent und zum 1. Januar 2014 um weitere 2,95 Prozent. Die Vergütungen der Auszubildenden erhöhen sich ab Januar 2013 um 50 Euro monatlich und ab Januar 2014 um weitere 2,95 Prozent. Zudem bekommen die Auszubildenden in den Bundesländern eine Übernahmegarantie, wie sie auch bei Bund und Kommunen gilt. Außerdem erhalten die Länderbeschäftigten einheitlich 30 Tage Urlaub, Auszubildende haben Anspruch auf 27 Urlaubstage.

Tarifrunde 2013: Auf zur Mitgliederbefragung! Heute ist der Tag der Entgeltgleichheit (Equal Pay Day)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

alle ver.di Mitglieder dürfen nun über das Ergebnis der Tarifverhandlung vom 9.3.2013 abstimmen.

In den Räumen des Personalrates haben Sie ab sofort bis zum Donnerstag, 4.4.2013, die nötige Zeit von Ihrem Recht der Abstimmung, Gebrauch zu machen.

Also: Mitgliedsausweis eingesteckt und während der Öffnungszeiten (Montag – Freitag von 8.00 -16.00 Uhr) abstimmen!!!

Stimmzettel befinden sich im „Abstimmungslokal“. Im Anhang finden Sie ebenfalls den Stimmzettel.

Mit einem Ergebnis der bundesweiten Befragung rechnen wir ab dem 10.4.2013.
TdL2013_Stimmzettel

Der diesjährige Equal Pay Day am 21. März ist für die ver.di-Frauen Anlass, auf den Zusammenhang von existenzsichernden Erwerbseinkommen und Altersversorgung aufmerksam zu machen. Denn prekäre Beschäftigung, Minijobs, schlecht bezahlte Teilzeitarbeit oder ungleiche Bezahlung führen in den meisten Fällen zu Erwerbsarmut und damit im Rentenalter zu Altersarmut. Der bundesweite Aktionstag soll den Blick darauf lenken, dass Frauen, um das gleiche Einkommen zu erzielen, welches Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, bis zum 21. März des Folgejahres arbeiten müssen. Mit dem Symbol der roten Tasche soll auf diese roten Zahlen in 45 den Geldbörsen der Frauen hingewiesen werden. In einem breiten Bündnis von Frauenverbänden finden an diesem Tag bundesweit zahlreiche Aktionen
und Veranstaltungen statt.

Ver.di hat sich hier in Essen an einer Podiumsdiskussion  im Rahmen einer Aktionswoche zum EPD zum Thema „Lohnfindung in den Gesundheitsberufen: Viel Dienst wenig Verdienst!“ , beteiligt.

Mehr Infos unter:

https://frauen.verdi.de/

http://www.equalpayday.de/