ver.di-Mehrheit im Personalrat bestätigt

Gestern Abend (5. Juni) wurde das vorläufige Endergebnis der Personalratswahl für die  nichtwissenschaftlichen Beschäftigten des Uniklinikums Essen ermittelt. Danach entfallen 829 Stimmen auf die Liste der Gewerkschaft verdi, die somit 12 der 17 Sitze im Personalrat erhält und wiederum die Mehrheit der Personalratsmitglieder stellt. Die übrigen fünf Sitze entfallen auf zwei weitere Listen. Die Wahlbeteiligung lag bei 42 Prozent.

Alexandra Willer

„Mit diesem Votum wird die Arbeit des Personalrats klar bestätigt“, sagte die derzeitige Personalratsvorsitzende Alexandra Willer. In Zeiten eines radikalen Umbaus des Gesundheitssystems
seien die in diesem Bereich arbeitenden Beschäftigten von massiven Veränderungen betroffen. „Insbesondere die konsequente Haltung der ver.di-Personalratsmitglieder gegen den Versuch des Uniklinikums, über die Gründung einer illegalen Zeitarbeitsfirma Tarifflucht zu begehen, ist von den Wählerinnen und Wählern unterstützt worden“.

Das offizielle Wahlergebnis wird der Wahlvorstand in den nächsten Tagen bekannt geben. Die konstituierende Sitzung des neuen Personalrates ist für Mittwoch (11. Juni) nächster Woche
geplant.

Für den Erhalt der erstreikten Tarifbedingungen!

Noch vor zwei Jahren gab es selbst innerhalb der Uniklinikum-Beschäftigten enorme Unterschiede: die Alt-Beschäftigten mit 38,5 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit, Urlaubsgeld und vollem Weihnachtsgeld, und die Neu-Beschäftigten mit 41 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit, ohne Urlaubsgeld und halbem Weihnachtsgeld. Außerdem hatte es seit Jahren für niemanden außerhalb des Vorstandes eine Lohnerhöhung gegeben.

Hartwig Martens

Hartwig Martens:
Ende 2008 läuft der Tarifvertrag aus. Ob dann der nächste Streik ansteht, werden wir sehen. Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich eine starke Gewerkschaft an meiner Seite habe, die sich mit mir gegen die geplanten Verschlechterungen wehrt.

Es waren die Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft ver.di, die am 13. Februar 2006 den Mut fanden und in einen unbefristeten Streik traten.

Dass es 16 Wochen dauern würde, bis die Streikenden NRW-Finanzminister Linssen und die restlichen Hardliner in die Knie zwingen konnten, und alle Streikforderungen durchsetzen konnten, wusste damals keiner.

Andrea Schieche

Andrea Schieche:
Bei der Umsetzung des erstreikten Tarifvertrages ist der Personalrat gefragt. Einiges läuft noch nicht rund, wie z.B. die Zulagenzahlung. Ich bin froh, dass diejenigen, die den Tarifvertrag erstreikt haben, nämlich die ver.di-KandidatInnen, sich auch im jetzigen Personalrat um die Tarifumsetzung gekümmert haben. Das muss auch im nächsten Personalrat bleiben. Dafür brauchen wir eine ver.di-Mehrheit!

Seitdem ist diese Ungerechtigkeit zwischen Alt- und Neubeschäftigten abgeschafft und alle sind auf dem besseren Niveau angeglichen. Außerdem gab es mehrfach Einmalzahlungen und prozentuale Steigerungen für alle – auch für diejenigen, die nicht in ver.di organisiert sind, und auch für diejenigen, die nicht gestreikt haben.

Wir brauchen weiterhin mutige Streiterinnen und Streiter für gute Tarifverträge, gute Arbeitsbedingungen, feste Grundsätze der sozialen Gleichheit und menschenwürdigen Umgang miteinander am Arbeitsplatz.

Stephan Gastmeier

Stephan Gastmeier:
Im neuen Tarifvertrag ist festgeschrieben, dass wir Recht auf berufliche Qualifizierung haben. Dies ist allerdings wegen der Blockadehaltung der Klinikleitung noch nicht umgesetzt. Im nächsten Personalrat werde ich mich dafür einsetzen, dass dies endlich passiert.

Dafür steht ver.di und dafür stehen alle ver.di-Kandidatinnen und Kandidaten bei der Personalratswahl.

Mit einer ver.di-Mehrheit im Personalrat ist garantiert, dass die Erfahrungen aus dem Streik, dass eine andere Welt als die der Vorstandsetage möglich ist, nicht verloren gehen!

Am 4. und 5. Juni Personalratswahl – ver.di wählen!

Wir wollen Arbeitszeiten, die uns noch Platz zum Leben lassen

Dies fordern die PersonalratskandidatInnen der ver.di-Liste und haben deshalb unlängst begrüßt, dass der Personalrat das Arbeitszeitmodell im Pflegedienst zum Schutze der Beschäftigten abgebrochen hat. Kritisiert wurde vor allem, dass man seitens der Dienststelle auf „Teufel komm raus“ an Zeiten festhalten will, die keinen Zuspruch bei den Betroffenen finden.

Was soll das, an Zeiten festhalten zu wollen, die nicht mitgetragen werden? Die zu mehr Erkrankungen und damit zu höheren Ausfallzeiten führen? Die dem Uniklinikum damit auch wirtschaftlich schaden?

Sven Musolff

Sven Musolff:
Arbeitszeiten, die krank machen, nützen Keinem.

Immer mehr Betriebe gehen zu flexiblen Arbeitszeiten über. Die Wünsche der Beschäftigten auf Zeiten, die mit ihrem Leben vereinbar sind, und betriebswirtschaftliche Interessen des Arbeitgebers stehen sich hierbei oft konkurrierend gegenüber. Unzweifelhaft dabei ist, dass sich zu Beginn und Ende von Arbeitszeiten der Personalrat in der Mitbestimmung befindet. Es ist also enorm wichtig, dass es einen Personalrat gibt.

Cornelia Swillus-Knöchel

Cornelia Swillus-Knöchel:
Ich möchte Arbeitszeiten behalten, die mir Platz für Familie und Freizeit lassen. So bleibe ich motiviert und habe Spaß an meiner Arbeit.

Arbeitszeiten sollten so gestaltet sein, dass keine Überstunden anfallen. Das wäre Gesundheitsschutz pur und würde, gerade in Verbindung mit Arbeitszeitreduzierung helfen, neue Beschäftigungsverhältnisse entstehen zu lassen. Wir sollten uns also zweimal überlegen ob es Sinn macht, Überstunden zu horten oder ob es nicht besser wäre, diese in Freizeit oder Geld ausgleichen zu lassen?

Jörg Krauß

Jörg Krauß:
Sollte ich beim Überqueren der Straße von einem LKW überrollt werden, möchte ich keine Überstunden haben.

Oder wie wäre es mit einem Arbeitszeitkonto? Hier könnten Sie diverse Zuschläge in Zeitwerte umwandeln lassen, und ganz konkret über Ihre angesammelten Stunden verfügen. Vieles ist möglich beim Thema Arbeitszeit, die PersonalratskandidatInnen der ver.di-Liste haben die Ideen dazu und die Kraft, diese umzusetzen.

Am 4. und 5. Juni Personalratswahl – ver.di wählen!

Vorstand lehnt Einstellungen von Serviceassistentinnen ab

Personalrat will Entlastung der Pflegenden

Vertreter des Vorstandes haben im Gespräch am 08.05.2008 mit dem Personalrat die Einstellung von 26 Serviceassistentinnen abgelehnt. Diese sollten nach dem Willen des Personalrates über das Uniklinikum, Entgeltgruppe 2, eingestellt werden.

Daraus wird wohl nun nichts. Alexandra Willer bereitet dies Sorgen: „Wir wollen die Serviceassistentinnen einstellen, um auf den Stationen Pflegende zu entlasten. Durch die seit Monaten andauernde Blockadehaltung des Vorstands, hat sich die Situation auf den Stationen massiv verschärft. Die Belastung unserer Kolleginnen und Kollegen wird sich durch die ablehnende Haltung des Vorstands in den Sommermonaten weiter zuspitzen.“

Eine Einstellung über die Personalservice GmbH ist nicht möglich. Denn grundsätzlich müssen neue Beschäftigte, nach Ansicht des Personalrates, über das UK-Essen beschäftigt werden. „Der Personalrat wird nun kurzfristig prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, die Patientenversorgung sicherzustellen und diese unglückliche Situation zu überwinden“, so Willer. Dazu gehören Überlastungsanzeigen, die unsere Kolleginnen und Kollegen schreiben können, um damit im Falle eines Fehlers durch absehbare widrige Umstände den Vorstand gesetzlich in die Pflicht nehmen zu lassen. Denn hat der Arbeitnehmer die Überlastung angezeigt, der Arbeitgeber die Zustände aber durch massiven Stellenabbau zuvor selbst verursacht und im weiteren Verlauf Konsequenzen vernachlässigt, gerät er in ein Organisationsverschulden.

„Es ist eine dreiste Drohung „, so Willer, „dass der Vorstand in diesem Zusammenhang in seinem Newsletter den Beschäftigten vorgaukelt, dass eine Urlaubssperre droht.“ Urlaubssperren sind in der Tat nur in besonderen Ausnahmefällen möglich. Garantiert gehört keine Personalnot dazu, die der Vorstand durch einen rigorosen Personalabbau zuvor selbst forciert hat. „Offensichtlich scheint“, so Willer weiter, „dass der Vorstand die Stimmung gegen den Personalrat anheizen und den Frieden im Betrieb gefährden will.“

Leicht abzusehen ist nun, dass der Vorstand mit der Begründung, Patienten seien gefährdet,,  am Personalrat vorbei in die Personalservice GmbH einstellen wird.
Dies bedeutet für die Betroffenen maximal 24 Tage Urlaub und rund 200,- weniger im Monat. Für die gleiche Arbeit, die der Kollege nebenan verrichtet.
Zusätzlich soll damit die Streikfähigkeit unterlaufen und der Tarifvertrag ausgehöhlt werden.

„Wehret den Anfängen“, so Willer, „sonst werden WIR die Nächsten sein.“

Am 4. und 5. Juni Personalratswahl – ver.di wählen!

Für eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung und Entfristung von Arbeitsverträgen

„Alles Gute für die Zukunft!“ Wieder einmal muss eine Kollegin, ein Kollege die Abteilung verlassen. Von 7,8 Prozent im Jahr 1995 auf 14,6 Prozent im Jahr 2005 stieg in Deutschland der Anteil der befristeten Arbeitsverträge. Tendenz steigend.

Vor allem junge KollegInnen sowie BerufseinsteigerInnen sind davon betroffen, denn es werden immer mehr Stellen nur noch befristet besetzt. Viele von ihnen kennen den „Luxus“ eines festen Arbeitsplatzes gar nicht mehr. Keine Berufsgruppe bleibt davon verschont, egal ob ungelernte Hilfskraft, mit Berufsausbildung oder Studium.

Bernd Emde

Bernd Emde:
Auch ein noch so guter Personalrat kann das nicht alleine erreichen, dazu ist der Einsatz der Belegschaft gefordert. Aber er kann, außer die Betroffenen persönlich zu unterstützen, diese Problematik im Betrieb immer wieder thematisieren, Aktivitäten der Belegschaft aufgreifen, fördern und selbst aktiv unterstützen. Dafür stehen die Personalratskandidaten der ver.di-Liste.

Dabei gibt es natürlich verschiedene Arten von befristeten Arbeitsverhältnissen. Für die Betroffenen spielt das allerdings eine untergeordnete Rolle, denn eine befristete Einstellung ist immer verbunden mit Unsicherheit, besonderer Abhängigkeit und schlechter Planbarkeit der gesamten Lebensverhältnisse. Vielfach sind sie deshalb verstärkt der Willkür und dem Druck ihrer Vorgesetzten ausgesetzt. In der trügerischen Hoffnung vielleicht doch eine feste Beschäftigung zu bekommen, haben viele Angst sich zu wehren oder ihre Rechte in Anspruch zu nehmen. Das wiederum erhöht auch den Druck auf die Festangestellten und kann zu Spannungen und Konkurrenzverhalten innerhalb einer Abteilung führen.

Karin Claßen

Karin Claßen:
Das Argument, dass man ja nicht wissen könne, wie sich jemand bei der Arbeit anstellt oder ob man miteinander klar kommt, ist unsinnig. Schließlich gibt es aus diesem Grund eine Probezeit.

Der Gesetzgeber hat mit dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vom 1. Januar 2001 die Situation für befristet Beschäftigte in vielen Punkten verschlechtert und Missbrauch ermöglicht, was sich auch in der steigenden Zahl dieser Arbeitsverhältnisse ausdrückt. Da hier von alleine keine Einsicht zu erwarten ist, muss der Druck ausgehend von den Beschäftigten erhöht werden. Festeinstellungen von befristet Beschäftigten oder Auszubildenden konnten immer dann durchgesetzt werden, wenn darum gekämpft wurde – oder wenn es dem Vorgesetzten gerade passt.

Uwe Kaspers

Uwe Kaspers:
Der Ausbau unbefristeter Arbeitsverträge ist im Interesse Aller. Viele festangestellte Kolleginnen und Kollegen haben es inzwischen satt, ständig neue Beschäftigte mühsam einarbeiten zu müssen, anstatt ihren eigentlichen Aufgaben nachgehen zu können. Darunter leidet auch die Arbeit im Betrieb

Die andere Seite der Medaille: die tariflich hochbezahlten Neueinstellungen werden im Uniklinikum fast ausschließlich unbefristet vorgenommen.

Am 4. und 5. Juni Personalratswahl – ver.di wählen!

Gleiche Arbeit – gleiches Geld!

Wofür steht der jetzige Personalrat mit seiner ver.di-Mehrheit? Und wofür stehen die ver.di-KandidatInnen für den neuen Personalrat?

Alexandra Willer

Alexandra Willer:
Ohne den jetzigen Personalrat wären noch weit mehr Verschlechterungen im Uniklinikum durchgesetzt worden. Nur die konsequente Haltung der ver.di-Mitglieder hat verhindert, dass die „Geiz ist Keil“-Mentalität ungehindert durchschlagen konnte.

Dafür, dass alle Kolleginnen und Kollegen, die im Uniklinikum arbeiten, für die gleiche Arbeit das gleiche Geld bekommen • dass alle Kolleginnen und Kollegen, die im Uniklinikum arbeiten, mit 40 Jahren 30 Tage Urlaub bekommen • dass alle Kolleginnen und Kollegen, die im Uniklinikum arbeiten, eine Jahressonderzahlung bekommen • dass alle Kolleginnen und Kollegen, die im Uniklinikum arbeiten, gleich behandelt werden, und es keine Unterscheidung in Beschäftigte 1. und 2. Klasse gibt.

Marco Danowski

Marco Danowski:
Nur weil die PSG eine Tochter des Uniklinikums ist, macht es die Sache nicht besser. Letztendlich ist dies eine Privatisierung von öffentlichen Arbeitsplätzen. Die Kolleginnen und Kollegen in Düsseldorf haben es richtig gemacht und sich erfolgreich gegen Privatisierungspläne gewehrt.

Eine Beschäftigung bei Medita, in der UK Essen Gebäudeservice GmbH oder bei Klüh in der Küche steht hierfür nicht. Und schon gar nicht in der PSG. Was wird aus den tariflichen Bedingungen der Uniklinikum-Beschäftigten, wenn in allen Bereichen PSG-Beschäftigte für weniger Geld arbeiten?

Viele dieser PSG-Beschäftigte arbeiten im Hilfsdienst im UK Essen für etwas mehr als Hartz IV. Ein öffentlicher Arbeitgeber, wie das UK Essen, trägt eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung. Man muss von seiner Arbeit leben können und nicht arm trotz Arbeit werden.
Der nächste Schritt, die besseren Bedingungen auf die schlechteren abzusenken, ist doch vorprogrammiert. Deshalb ist der Widerstand der ver.di-Mitglieder im Personalrat der Widerstand gegen Verschlechterungen auch für die Uniklinikum-Beschäftigten.

Dave Kittel

Dave Kittel:
Was mit der gemeinsamen GmbH mit der Ruhrlandklinik wird, ist ja noch völlig offen. Die ver.di-Mitglieder im Personalrat werden sich dafür einsetzen, dass alle Beschäftigten, auf beiden Seiten, vor den Auswirkungen der Privatisierung geschützt werden.

Es gibt nahezu keine Bereiche mehr, die von der drohenden Verschlechterung ausgenommen sind. PSG-Beschäftigte arbeiten im Uniklinikum inzwischen im Schreibdienst, als Arzthelferin, als Informatiker, im Handwerkerbereich, im Kindergarten, im Krankentransport, im allgemeinen Transportdienst, in den Schulen, als MTLAs, als Pförtner, als Physiotherapeuten, als Sozialarbeiter, in der Sterilisation, als Tierpfleger und und und.

Keiner kann sich mehr sicher fühlen, dass der Kelch des Versuchs der Tarifabsenkung an ihm vorbei geht. 300 PSG-Einstellungen sind dem jetzigen Personalrat schon vorgelegt worden.
Das sind jetzt schon 10 Prozent der nichtwissenschaftlichen Beschäftigten.

Soziale Ungleichheit ist ungerecht – das war sie immer und wird es auch immer bleiben.

Am 4. und 5. Juni Personalratswahl – ver.di wählen!