Tarifabschluss zum Gesundheitsschutz an der Charité erkämpft!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

immer wieder berichteten wir an dieser Stelle über die Verhandlungen an der Charité Berlin über einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz.
Nach vier Jahren kräftezehrender Auseinandersetzung und großem Engagement der Kolleginnen und Kollegen an der Charité und dem Landesfachbereich Berlin-Brandenburg steht nun dem ersten Tarifvertrag über Gesundheitsschutz und Mindestbesetzung im Krankenhaus nichts mehr im Wege.
Es ist nicht irgendein Tarifvertrag, sondern erstmals einer, der die Personal-Mindestbesetzung auf den Stationen festschreibt. Dafür werden neue Pflegekräfte eingestellt. Er gilt aber für Alle Beschäftigten.

Die Leiterin des Fachbereiches 3, Sylvia Bühler, äußert sich hierzu wie folgt:

“Glückwunsch an die Kolleginnen und Kollegen der Charité! Euer harter Kampf und langer Atem haben sich gelohnt. Eine Lehre aus unseren gemeinsamen Erfahrungen der letzten drei Jahre ist für mich aber auch: Wir können nicht alle Probleme über Tarifverträge lösen. Wir lassen Arbeitgeber und Politik nicht aus der Verantwortung. Die Voraussetzungen für eine gute und sichere Therapie, Pflege und Versorgung müssen sie schaffen. Wir kämpfen deshalb weiter für gesetzliche Personalmindeststandards. Die hohe Arbeitsbelastung in den Kliniken, die viele Beschäftigte selbst krank macht, packen wir bundesweit und bei allen Trägern mit dem Instrument an, das wir selbst gestalten können: Wir fordern einen Entlastungstarifvertrag für alle Beschäftigten. Die Erfahrungen der Charité helfen dabei.”

Weitere Hintergründe entnehmen Sie bitte dem anhängenden Flugblatt.

Flugblatt zur Tarifeinigung

Wir möchten an dieser Stelle einmal allen Kolleginnen und Kollegen danken, die an den Warnstreiks teilgenommen haben und damit erst dieses Verhandlungsergebnis ermöglicht haben! Ihr wart super!

150329 Flugblattkopf Tarifergebnis

Hier ist das ganze Flugblatt: Tarifinfo zur Tarifeinigung am 28.3.2015

Tarifergebnis erzielt

28.März, 22.30 Uhr
Der Durchbruch ist geschafft. Jetzt liegt nach mühsamen Verhandlungen ein Tarifergebnis vor, das sich sehen lassen kann, und das ohne den Druck durch die Warnstreiks und Aktionen vieler Kolleginnen und Kollegen, darunter vieler junger Beschäftigten, nicht möglich gewesen wäre.

Tariferhöhung in zwei Schritten:
2,1 % ab 1.3.2015
2,3 %, mindestens aber 75 Euro ab 1.3.2016
Das sind im Durchschnitt 4,83 % tabellenwirksame Erhöhung
Laufzeit 24 Monate
Auszubildende
30 Euro mehr ab 1.3.2015
Weitere 30 Euro mehr ab 1.3.2016
2 Jahre Verlängerung der geltenden Übernahmeregelung
1 Tag mehr Erholungsurlaub = 28 Tage
Auszubildende und Praktikanten im Schichtdienst in der Pflege behalten 29 Tage Urlaub
VBL
Es gibt keinen Eingriff in das Leistungsrecht! Das bisherige System wird beibehalten.
Dem Handlungsbedarf bei der Finanzierung der Zusatzversorgung wird durch folgende Beitragserhöhungen Rechnung getragen:
VBL Ost : Arbeitnehmerbeitrag für Tarifbeschäftigte der TdL steigt in drei Schritten von derzeit 2 % ab 1. Juli 2015, 2016 und 2017 um jeweils 0,75 Prozent.
VBL West: Hier steigt der Arbeitnehmerbeitrag ab 1. Juli 2015 von derzeit 1,41 % um 0,2 %, ab 1.7.16 um 0,1% und ab 1.7.17 um 0,1 Prozent.
Die Beitragsänderung greift ausschließlich für Versicherte im Bereich des Tarifvertrags der Länder (TdL). Die Arbeitgeber beteiligen sich im gleichen Umfang.
Jahressonderzahlung Ost
Im laufe der nächsten 5 Jahren wird die Jahressonderzahlung Ost in fünf gleichen Schritten auf das Westniveau angehoben. Damit gibt es keine Lohndifferenz mehr im Bereich des TV-L zwischen Ost- und Westbeschäftigten.
Krankenpflegeeinrichtungen
Der Nachtzuschlag wird auf 20 % angehoben
Zentren für Psychiatrie
Der 2013 vereinbarte zusätzliche Urlaubstag gilt jetzt für alle Beschäftigten.
Sachgrundlose Befristung
Von Seiten der Länder gibt es eine Gesprächszusage, sobald im Herbst 2015 ein von Bund und ver.di in Auftrag gegebenes Gutachten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Befristungspraxis im öffentlichen Dienst vorliegt. Ziel von ver.di bleibt weiterhin der tarifliche Ausschluss sachgrundloser Befristungen.
Tarifliche Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte
In dieser Frage gab es leider kein gemeinsames Verhandlungsergebnis.

Weitere Details folgen …