Aktionstag Händedesinfektion

Aktionstag am 12.9.2017: Wir machen auf ein Dilemma aufmerksam: Hände desinfizieren? Klar! Nur wann?
Wir fordern dafür Zeit und mehr Personal!

Alle wissen, dass die Händedesinfektion das A und O der Vermeidung nosokomialer Infektionen ist.
Insgesamt braucht eine Pflegkraft pro Schicht durchschnittlich 2 Stunden für die vorgeschriebene Desinfektion.
Unter den gegebenen Umständen bemüht sich Jede(r) die so wichtige Händedesinfektion durchzuführen.
Doch wer kann sich diese Zeit nehmen, ohne das andere Tätigkeiten wegfallen, oder noch mehr gerannt wird?
In über 100 Krankenhäusern bundesweit und auch hier am UK – Essen setzten Ihre Kolleginnen und Kollegen ein Zeichen:

Ausgewählte Bereiche im Uniklinikum Essen werden am 12.09.2017 ganztägig mit einem von ver.di bereitgestellten Klickzähler dokumentieren,
wie oft eine Händedesinfektion durchgeführt wird und entsprechend vorschriftsmäßig desinfizieren.
Die Beschäftigten der jeweiligen Bereiche werden dadurch feststellen, wie viele Minuten pro Dienst für die korrekte Händedesinfektion benötigt werden.
Es ist damit zu rechnen, dass nicht alle notwendigen Arbeiten (z.B.: Dokumentationen) erledigt werden können.
Ebenso könnten Vorgesetzte aufgefordert werden, doch eine Prioritätensetzung vorzunehmen oder Betten zu sperren.

Der Klinikvorstand wurde gesondert schriftlich aufgefordert die entsprechenden Bereiche zu unterstützen.
Diese Unterstützung kann aus ver.di Sicht nur aus mehr Personal bestehen.
Für diesen Tag, dauerhaft und für Alle Bereiche!

Sollten Sie im Gelände eine Kollegin oder einen Kollegen mit einer Wäscheklammer sehen, dann wissen Sie:
Ich mache mit: Ich fordere den Arbeitgeber und die Politik auf: Schafft die Rahmenbedingungen dafür, dass wir der Verantwortung die unser Beruf fordert auch gerecht werden können.
Ich und mein Team übernehmen keine Verantwortung mehr, der wir aufgrund des Personalmangels nicht mehr gerecht werden können!
Unsere Botschaft an den Arbeitgeber und an die Politik lautet: Wir brauchen genug Personal, damit die Händedesinfektion vorschriftsmäßig erfolgen kann!


Ein Video Ihrer KollegInnen und Kollegen. Sie schildern ihre Motivation zur Teilnahme und ihre Forderungen.

Unterstützen Sie bitte Ihre Kolleginnen und Kollegen.

Weitere Aktionen werden in Kürze folgen.

Bericht von Konferenz TV-Entlastung

Die Auseinandersetzung um Entlastung des Krankenhauspersonals geht in die heiße Phase. Das machten 150 Beschäftigte aus über 50 NRW-Kliniken am 29. April in Oberhausen deutlich.

Die Bewegung für mehr Personal und Entlastung in Nordrhein-Westfalens Krankenhäusern nimmt Fahrt auf. Am 29. April trafen sich rund 150 Beschäftigte aus mehr als 50 Kliniken zu einer landesweiten Auftaktveranstaltung in Oberhausen. Der Tenor: Jetzt geht es richtig los – mit Aktionen auf betrieblicher, tariflicher und politischer Ebene.

»Wir fahren auf drei Schienen«, erklärte Sylvia Bühler vom ver.di-Bundesvorstand. Politisch sei es ein wichtiger Teilerfolg, dass die Bundesregierung Personaluntergrenzen in »pflegesensitiven« Bereichen einführen will (gesundheit-soziales.verdi.de/themen/mehr-personal/…). »Das haben wir durch unsere vielen großartigen Aktionen erreicht.« Es reiche aber nicht, ver.di wolle »die große Lösung« (gesundheit-soziales.verdi.de/themen/mehr-personal/…): personelle Mindestbesetzungen in allen pflegerischen Bereichen, die den individuellen Pflegebedarf der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Zugleich forderte sie ein Sofortprogramm, das durch die Einstellung von 20.000 zusätzlichen Pflegekräften dafür sorgt, dass niemand mehr allein auf Station arbeiten muss und genug Zeit für die praktische Anleitung der Auszubildenden bleibt.

Auch die Arbeitgeber will ver.di nicht aus der Verantwortung entlassen. In einem Teil der bundesweit rund 2.000 Krankenhäuser sollen sie zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert werden – auch in mehreren NRW-Klinken. Falls sich die Arbeitgeber nicht bewegen, könnten diese Belegschaften auch zum Streik aufgerufen werden. In weiteren Krankenhäusern sollen auf betrieblicher Ebene Grenzen gesetzt werden – zum Beispiel durch die kollektive Verweigerung freiwilliger Leistungen oder ungeplanter Einsätze.

ver.di Pressekonferenz zur DRK-Schwesternschaft

Mutige Krankenschwestern wehren sich – erfolgreich!
Auch DRK-Schwestern sind Arbeitnehmerinnen
Erfolg nach über 10 Jahren
Über 10 Jahre hat die gerichtliche Auseinandersetzung gedauert – und bis zum Bundesarbeitsgericht und dem Europäischen Gerichtshof ist der Streit gegangen.

Und nun haben wir es schwarz auf weiss: Auch DRK-Schwestern sind ArbeitnehmerInnen und damit haben sie Anspruch auf den arbeitsrechtlichen Schutz, den alle ArbeitnehmerInnen haben: Sie können einen Betriebsrat gründen, dürfen für ihre Interessen streiken und haben Anspruch auf tariflich ausgehandelte Löhne.

Ein großer Fortschritt, der mit dem 50 Jahre alten „Rollenbild“ der Rote-Kreuz-Krankenschwestern aufräumt. Um so unverständlicher, dass ausgerechnet eine sozialdemokratische Arbeitsministerin dieses wegweisende Urteil durch eine „Ergänzung des DRK-Gesetzes“ aushebeln und das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen will.

Ein Kotau der Ministerin vor dem mächtigen DRK. Dieser Vorgang sagt viel aus über „reale Machtverhältnisse“ in der Bundesrepublik – über Machtverhältnisse, die nur mit Mühe zu durchschauen sind.

Zu diesem Prozess und den damit zusammenhängenden Konflikten, die an den Essener Kliniken schon seit ein paar Jahren schwelen, hat am 9. März 2017 eine Pressekonferenz im Essener Gewerkschaftshaus stattgefunden.

Respekt für die Krankenschwestern, die sich öffentlich äußern und den Kampf nie aufgegeben haben:

PETRA BÄUMLER-SCHLACKMANN • 2. stellv.Vorsitzende des Personalrates der Unikliniken Essen

RITA GOTTSCHLING • Mitglied der DRK-Schwesternschaft, Betriebsrätin

ANDREA ELLIOTT • Mitglied der DRK-Schwesternschaft, Vorsitzende des Betriebsrates

ELKE REGBER • Vorsitzende des Betriebsrates der Ruhrlandklinik

sowie
GUNNAR HERGET • Rechtsanwalt, Kanzlei CNH, Essen

WOLFGANG CREMER • ver.di NRW: Leiter des Fachbereiches Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen