Schwarze Zahlen des Uniklinikum durch Tarifflucht bei den PSG-Beschäftigten?

„Wir schreiben herausragende schwarze Zahlen, wir haben ein tolles Eigenkapital“, so wird der Aufsichtsratsvorsitzende des Uniklinikum am 12. Mai in der WAZ zitiert.
Das hören auch die Mitglieder der Gewerkschaft ver.di gerne, schließlich steht Ende dieses Jahres die nächste Tarifrunde zur Einkommenserhöhung vor der Tür. Da kann bei den Verhandlungen nicht das Argument der leeren Kassen angeführt werden.

Eine gute Nachricht ist es aber auch für die Beschäftigten der PSG. Wenn die Kasse so gut gefüllt ist, können Vorstand und Aufsichtsrat endlich mit der unsäglichen Tarifflucht auf dem Rücken der PSG-Beschäftigten Schluss machen. Dann kann endlich der jahrelange Ärger im Betrieb aufhören und die PSG-Kolleginnen und Kollegen müssen sich nicht länger als Beschäftigte 2. Klasse fühlen.
Nicht mit dem Aufsichtsrat jubeln könnten wir, wenn das Uniklinikum nur deshalb schwarze Zahlen schreibt, weil durch die Einsparungen bei den fast 300 PSG-Beschäftigten die Kassen gefüllt worden sind. Wir gratulieren Herrn Prof. Dr. Nagel, dass er Ärztlicher Direktor eines wirtschaftlich so gut aufgestellten
Uniklinikum wird. Die ver.di-Mitglieder freuen sich auf ein konstruktives Miteinander und hoffen auf das Sprichwort: neue Besen kehren gut. Vielleicht kommt ja mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden auch die Erkenntnis ins Klinikum, dass man Schrauben nicht unendlich weiter anziehen kann. Hoher Arbeitsdruck, wenig Wertschätzung und ungleiche Bezahlung in einem Betrieb – das motiviert Beschäftigte nicht schwarze
Zahlen zu erarbeiten.

Abschied von Leiharbeit-Rüttgers

Am 27. April verabschiedeten wir auf unsere Art den Ministerpräsidenten des Landes NRW beim Arbeitnehmerempfang in der Jahrhunderthalle in Bochum.

Rüttgers und andere Vertreter der Landesregierung zeigten sich wenig begeistert von unserer Begleitung seines Redebeitrages.

Wir würdigten mit unserem stillen Protest die Rolle Rüttgers zur Leiharbeit am Uniklinikum Essen. Der Ministerpräsident hat es in fünf Jahren Amtszeit nicht geschafft sich im Uniklinikum Essen auch nur einmal Blicken zu lassen.

Stattdessen versteckte sich Rüttgers hinter dem Landesschlichter, dem Arbeitsminister, dem Finanzminister und dem Wissenschaftsminister beim Konflikt zur Leiharbeitspaxis am Uniklinikum Essen.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz muss geändert werden

Für die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist der Fall Schlecker nur die Spitze des Eisberges. „In vielen Branchen wird Leiharbeit systematisch genutzt, um Lohndumping zu betreiben“, erklärte Petra Gerstenkorn, zuständiges Bundesvorstandsmitglied von ver.di. ver.di fordert deshalb eine Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes.

„Leiharbeit darf nicht dazu missbraucht werden, die Stammbelegschaft zu verdrängen und die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Sie soll ausschließlich dem Abfedern von Produktionsspitzen oder personellen Engpässen dienen“, so Gerstenkorn weiter. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen  (CDU) sei nun gefordert, ihren starken Worten („Wir sind ja nicht im wilden Westen“) Taten folgen zu lassen.

Gleiche Arbeit – Gleiches Geld – Gleiche Rechte

Heute Mittag haben für 15 Minuten KollegInnen des Uniklinikums Essen in einer Protestaktion auf die andauernde Gefahr für alle Arbeitsplätze im Uniklinikum hingewiesen.
Gleiche Arbeit - Gleiches Geld - Gleiche Rechte

Durch den vermehrten Einsatz von Leiharbeit im Uniklinikum Essen wird der gültige Tarifvertrag durch die Arbeitgeber unterlaufen.

Wir alle sind das Klinikum - STOP PSG!

Möglich ist dies durch die, im Jahre 2005 gegründete, hauseigene Leiharbeitsgesellschaft (PSG – Personal Servicegesellschaft). Die TeilnehmerInnen verwiesen in ihren Redebeiträgen auf die unerträgliche Situation, dass Personen für die gleiche Arbeit nicht das gleiche Geld und auch nicht die gleichen Rechte im Uniklinikum Essen haben.

ver.di Vertrauensleute am UK Essen - Gegen Leiharbeit!

Die ver.di Vertrauensleute am Uniklinikum Essen setzen sich für die Übernahme aller PSG Beschäftigten in das Uniklinikum ein.