Tarifrunde 2013: Auf zur Mitgliederbefragung! Heute ist der Tag der Entgeltgleichheit (Equal Pay Day)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

alle ver.di Mitglieder dürfen nun über das Ergebnis der Tarifverhandlung vom 9.3.2013 abstimmen.

In den Räumen des Personalrates haben Sie ab sofort bis zum Donnerstag, 4.4.2013, die nötige Zeit von Ihrem Recht der Abstimmung, Gebrauch zu machen.

Also: Mitgliedsausweis eingesteckt und während der Öffnungszeiten (Montag – Freitag von 8.00 -16.00 Uhr) abstimmen!!!

Stimmzettel befinden sich im „Abstimmungslokal“. Im Anhang finden Sie ebenfalls den Stimmzettel.

Mit einem Ergebnis der bundesweiten Befragung rechnen wir ab dem 10.4.2013.
TdL2013_Stimmzettel

Der diesjährige Equal Pay Day am 21. März ist für die ver.di-Frauen Anlass, auf den Zusammenhang von existenzsichernden Erwerbseinkommen und Altersversorgung aufmerksam zu machen. Denn prekäre Beschäftigung, Minijobs, schlecht bezahlte Teilzeitarbeit oder ungleiche Bezahlung führen in den meisten Fällen zu Erwerbsarmut und damit im Rentenalter zu Altersarmut. Der bundesweite Aktionstag soll den Blick darauf lenken, dass Frauen, um das gleiche Einkommen zu erzielen, welches Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, bis zum 21. März des Folgejahres arbeiten müssen. Mit dem Symbol der roten Tasche soll auf diese roten Zahlen in 45 den Geldbörsen der Frauen hingewiesen werden. In einem breiten Bündnis von Frauenverbänden finden an diesem Tag bundesweit zahlreiche Aktionen
und Veranstaltungen statt.

Ver.di hat sich hier in Essen an einer Podiumsdiskussion  im Rahmen einer Aktionswoche zum EPD zum Thema „Lohnfindung in den Gesundheitsberufen: Viel Dienst wenig Verdienst!“ , beteiligt.

Mehr Infos unter:

https://frauen.verdi.de/

http://www.equalpayday.de/

5,6 Prozent mehr Gehalt und sechs Wochen Urlaub für alle

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ver.di und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder haben in der dritten Verhandlungsrunde ein Tarifergebnis erreicht.

Die Gehälter der rund 800.000 Beschäftigten der Länder (außer Hessen) erhalten danach rückwirkend ab 1. Januar diesen Jahres 2,65 Prozent mehr Gehalt und weitere 2,95 Prozent ab 1. Januar 2014. Die Auszubildenden bekommen ab Januar 2013 monatlich 50 Euro mehr und weitere 2,95 Prozent ab Januar 2014. Für sie wurde außerdem eine Übernahmegarantie durchgesetzt, wie sie auch bei Bund und Kommunen gilt. Für alle Länderbeschäftigten wurden 30 Tage Urlaub vereinbart.

„Damit halten sie Anschluss an die Gehaltsentwicklung der übrigen Bereiche im öffentlichen Dienst und in der Gesamtwirtschaft“, erklärte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske nach Abschluss der Verhandlungen in Potsdam. Als echten Erfolg wertete er die Vereinbarung über sechs Wochen Urlaub für alle und die Übernahmegarantie, „mit der junge Leute im öffentlichen Dienst eine klare berufliche Perspektive erhalten“. Auszubildende bekommen künftig 27 Urlaubstage im Jahr.

Gewerkschaften und Arbeitgeber stimmten darin überein, dass es bei der Praxis befristeter Arbeitsverträge Handlungsbedarf gibt. Dieses Thema wollen die Tarifparteien weiter bearbeiten. Auch bei der finanziellen Situation von Feuerwehrleuten sehen die Verhandlungspartner die Notwendigkeit von Verbesserungen, die die Arbeitgeber allerdings zunächst beamtenrechtlich angehen wollen. ver.di fordert, dass das Tarifergebnis zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten übertragen wird. Der Tarifvertrag läuft bis 31. Dezember 2014.

Mittwoch! Erneut alle hin da!

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Die Tarifverhandlungen gehen am 7. und 8. März in die nächste Runde. Bisher haben die Arbeitgeber in den ersten beiden Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt und sind auf die Forderungen von ver.di nur in soweit eingegangen, dass sie gesagt haben, das sei nicht bezahlbar.

Ein wesentliches Verhandlungsergebnis dieser Tarifrunde wird neben der Gehaltssteigerung sein, wie viele Tage Urlaub wir demnächst pro Jahr haben werden. Da die Arbeitgeber die bisherige Urlaubsregelung gekündigt haben, haben bereits alle neu eingestellten Beschäftigten, sowie alle, deren Vertrag verlängert wird, nur noch 26 Urlaubstage.

Die „Alt-Beschäftigten“ sind aktuell aufgrund der Nachwirkung des letzten Tarifabschlusses noch nicht davon betroffen, sobald aber ein Verhandlungsergebnis erreicht ist, gilt dieses auch für sie.
Das heißt, die bisher 30 Tage pro Jahr sind auch für die „Alt-Beschäftigten“ nicht sicher!!!

Wir haben am 20.2. einen ersten Warnstreik durchgeführt, an dem sich in unserer Klinik mehr als 200 Beschäftigte beteiligt haben. Das war schon ein guter Anfang, der aber auf jeden Fall noch gesteigert werden muss, wollen wir unseren Forderungen Nachdruck verleihen und sie durchsetzen.

Wir werden deshalb am 6. März erneut zum Warnstreik aufrufen. Geplant ist für diesen Tag eine zentrale Demonstration und Kundgebung in Düsseldorf mit allen von der Tarifrunde betroffenen Beschäftigten.
Die Streikenden aller sechs Unikliniken Nordrhein-Westfalens werden als gemeinsamer Block an der Demo teilnehmen. Sorgt mit eurer zahlreichen Teilnahme dafür, dass wir unseren Verhandlungsführern eindrucksvoll den Rücken stärken!

Wir möchten bei dieser Gelegenheit auch noch mit ein paar Legenden, die sich anscheinend hartnäckig halten, aufräumen:

  • Man muss nicht Mitglied in ver.di sein, um am Streik teilnehmen zu können. Allerdings erhalten nur ver.di Mitglieder Streikgeld.
  • Es ist eine Lüge der DRK-Schwesternschaft, dass DRK Mitgliedsschwestern nicht in ver.di eintreten dürfen! Streiken dürfen sie aber leider nicht.
  • Die DRK-Angestellten dürfen aber genauso wie die Uniklinik-Beschäftigten streiken.
  • Wer streiken möchte, kommt am Tag des Warnstreiks einfach zum vereinbarten Treffpunkt. Man muss sich nicht abmelden!
  • Es gibt eine Notdienstvereinbarung zwischen ver.di und der Uniklinik, in der geregelt ist, welche Bereiche und Kollegen vom Streik ausgenommen sind. Nähere Infos hat dazu die Streikleitung.

Weitere Informationen zum Warnstreik am 6. März erhaltet ihr rechtzeitig mit dem Aufruf zum Warnstreik. Sollte die nächste Verhandlungsrunde erneut zu keinem Ergebnis führen, wird es zum Streik kommen.

Eine Schlichtung ist nicht vorgesehen.

…und nicht vergessen:
www.mitgliedwerden.verdi.de

Streik am Uniklinikum – Fragen und Antworten

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Ich habe gehört, ver.di will am Uniklinikum streiken. Ich überlege, mich auch daran zu beteiligen. Ich bin aber unsicher, ob es Sinn macht oder ob ich das überhaupt darf.

Was ist das Streikrecht?

Das Streikrecht ist als Teil der sogenannten Koalitionsfreiheit grundgesetzlich geschützt. Voraussetzung für die Rechtmäßigkeit des Streiks ist ein Streikaufruf der Gewerkschaft. Die Teilnahme am Streik darf keine nachteiligen Folgen für den Arbeitnehmer haben; jedwede nachteilige Maßnahme des Arbeitgebers (Kündigung, Abmahnung o.ä.) ist unzulässig.

Wer darf sich beteiligen?

Jede(r) Arbeitnehmerin(er) des Uniklinikums Essen mit dem Tarifvertrag der Länder (TdL). Auch „Noch-Nicht-Mitglieder“ dürfen sich beteiligen, sie erhalten aber kein sogenanntes Streikgeld.

Beteiligen dürfen sich in ihrer Freizeit ebenfalls die Kolleginnen, die Vereinsmitglieder der DRK-Schwesternschaft sind. Nicht beteiligen dürfen sich die KollegInnen, die zum Notdienst eingeteilt sind. Beachtet hierzu den Streikaufruf!

Ich bin Auszubildende

Auszubildende dürfen am Streik teilnehmen, soweit es (auch) um ihre Ausbildungsbedingungen geht. Besorge Dir bitte die Streikfibel für Azubis.

Ich habe mich entschieden, die Arbeit niederzulegen. Muss ich den „Bitten“ meines Vorgesetzten folgen, nicht streiken zu gehen?

Beispielsweise sagt Dir Deine Vorgesetzte: „Du, wir haben heute so wenig Leute. Bleibe bitte hier und gehe nicht zum Streik.“ Im Laufe der Tage vorher hast Du lange abgewo- gen, ob Du Deine Arbeit liegen lassen möchtest, um dem Streikaufruf zu folgen. Jetzt traust Du Dich, dieser „Bitte“ zu widerstehen und gehst. Eine Woche später: Dein Chef bittet Dich zu einem Gespräch. Du darfst fragen, was er möchte und eine Kollegin oder ei- nen Kollegen als Zeugen mitnehmen. Dein Vorgesetzter darf Dich nicht wegen der Streikteilnahme unter Druck setzen! Falls dem doch so sein sollte, wende Dich an den Personalrat. Ver.di Mitglieder haben, bei richtiger Beitragszahlung, An- spruch auf Rechtsberatung und Unterstützung. Wende Dich doch in allen Fällen bitte an die Streikleitung.

Ich habe mich entschieden, die Arbeit niederzulegen. Muss ich mich in Listen eintragen oder ausstempeln?

Nein!

Ich bin leider nur befristet beschäftigt. Ich habe Angst hinterher nicht übernommen zu werden, wenn ich mich an Aktionen beteilige.

Die Angst können wir Dir erst einmal nicht ausreden. Wir können Dir nur Argumente geben, warum es sich trotzdem lohnt, sich zu beteiligen. Als eine Forderung sind „VERHANDLUNGEN ÜBER EINSCHRÄNKUNGEN BEFRISTETER ARBEITSVERHÄLTNISSE FÜHREN“ aufgenommen worden. Daher unterstützt Du mit Deiner Teilnahme genau diese Forderung.

Ich bin ver.di Mitglied und habe mich entschieden, die Arbeit niederzulegen. Ab wann und wie viel „Streikgeld“ bekomme ich dann?

Der Arbeitgeber ist berechtigt, Dir für den Tag der Arbeitsnie- derlegung das Gehalt zu kürzen. Als Ersatz erhalten alle ver.di Mitglieder das Streikgeld.

Die Höhe unterscheidet sich nach Dauer der Mitgliedschaft.

1. Ich bin erst einen Monat vor dem Streiktag Mitglied geworden.

Dann erhältst Du ca. das 2,2 fache Deines Monatsbeitrages.

2. Ich bin länger als einen Monat Mitglied in ver.di.

Dann erhältst Du ca. das 2,5 fache Deines Monatsbeitrages.

Ich habe Urlaub oder ich werde krank. Was nun?

Wer zu Beginn des Streiks krank oder in Urlaub ist, nimmt nicht am Streik teil.
Endet der Urlaub oder die Arbeitsunfähigkeit, ist eine Teil- nahme am Streik möglich (Mitteilung an Arbeitgeber erfor- derlich).

Wer während des Streiks erkrankt, meldet sich – wie sonst auch – krank und legt die ärztliche Bescheinigung vor. Damit endet für ihn der Streik, es tritt die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers in Kraft. Unfälle während des Streiks sind keine Arbeitsunfälle.

Was geschieht mit meiner Sozialversicherung?

Für Streiktage zahlt der Arbeitgeber keine Beiträge zur Sozialversicherung. Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung bleiben bestehen. Der mögliche Arbeitslosengeldanspruch verringert sich im Ergebnis nicht.

Wegen des geringeren Rentenbeitrags kann sich die erworbene Rentenanwartschaft minimal verringern. Monate mit mindestens einem Tag Beitragszahlung gelten als Beitrags- monate. Streiks von kürzerer Dauer haben keine nachteiligen Folgen.