Alfried Krupp Krankenhaus Essen versucht sich eines unerschrockenen Betriebsrates zu entledigen

Tobias MichelSeit über 20 Jahren ist Tobias Michel im Essener Alfried Krupp Krankenhaus beschäftigt, die überwiegende Zeit als freigestellter Betriebsrat. Nun wollen die Geschäftsführer den unerschrockenen Gewerkschafter kündigen. Um den gesetzlichen Kündigungsschutz zu durchbrechen, müssen abseitige Gründe herhalten.

Michel soll Betriebsvereinbarungen öffentlich gemacht haben.
Und er soll seine Amtstätigkeit nicht auf die Arbeitszeiten der
Personalleiterin beschränkt haben.
In den turbulenten Jahren ab 2006 versuchten die Krupp-Manager, ihr Krankenhaus als kirchliche Einrichtung zu maskieren. Sie setzten den Betriebsrat kurzerhand ab. Dies endete in einer spektakulären Niederlage, was zu Recht mit dem Namen Michel verbunden wird. Ebenfalls gilt er als ein Architekt des darauf folgenden Übergangs in die Tarifbindung zum TVöD.
Die Kündigungsversuche heute zeigen, dass die Manager ihre
Schlappe von damals noch nicht verwunden haben.

Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstrand für das Gesundheitswesen zuständig ist, hat die „unverzügliche Rücknahme der Kündigung“ von Tobias Michel gefordert. „Mit fadenscheinigen Gründen versucht hier das Management des Alfried Krupp Krankenhauses, einen bundesweit aktiven Gewerkschafter los zu werden“, sagte Bühler. Tobias Michel sei ein ausgewiesener Fachmann für „Gute Arbeit“ im Krankenhausbereich. „Statt ihm zu kündigen, sollte die Geschäftsführung ihr Energie darauf verwenden, die hohe Arbeitsbelastung der Beschäftigten im Alfried Krupp Krankenhaus zu verringern“, kritisierte das Bundesvorstandsmit-glied der Gewerkschaft. „ver.di wird diesen Fall von Strafaktion gegen einen engagierten Gewerkschafter so lange innerbetrieblich
und öffentlich thematisieren, bis das Krankenhausmanagement den Willkürakt zurücknimmt“.
Die Arbeitgeberin hat beantragt, die Zustimmung zur außerordentlichen Kündigung gerichtlich zu erteilen.
Am Mittwoch, den 17.07.2013 ab 13:30 Uhr verhandelt hierzu
das Arbeitsgericht Essen.
Im Gerichtsaal werden viele Kolleginnen und Kollegen aus Interessensvertretungen, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus ganz NRW anwesend sein.

Für Rückfragen:
Gereon Falck 0151 12276034
Gewerkschaftssekretär ver.di Essen